kire.ch Rollenspiel Deadend
Deadend ist ein in der Entstehung begriffenes Rollenspiel-Projekt.
Die Logbucheinträge gibt es auch als Archiv, nach Kategorien sortiert und als RSS Newsfeed .
Is all that we see or seem but a dream within a dream? -- Edgar Allan Poe


25. März 2010

Rapport

Mi. 1.4.98, Käptn Ulf Ger, Kommandant der Volkshaemnare

Auf der Verfolgung des Piratenschiffes mit der Kennung „Seashark“ wurden ich Zeuge eines sehr seltsamen Vorfalls. Wir brachten das Schiff im Quadranten 23/39 auf und verfolgten es nach Order 9634. Als wir in die Reichweite ihres Sonars kamen, ergriffen sie die Flucht. Als sie mich mit dilettantischen Ablenkungsmanövern zu verwirren trachteten, zweifelte ich dennoch nicht an ihrer Identität als Piraten. Als solche müssten sie eigentlich wissen, dass es keinen Sinn macht, die Kennung des Schiffes und der Tarnbojen zu ändern, wenn kein anderes Boot in der Nähe ist, mit dem man es verwechseln könnte. Jedenfalls übernahmen sie die Kennung eines Transporters aus Lod. Nach mehreren Treffern war das Boot bewegungsunfähig. Die letzten Treffer waren leicht zu setzen, da sich der Käpt’n der „Seashark“ entschied, das Boot still stehen zu lassen. Ob er eine Ahnung hatte? Mit seinen Geräten an Bord konnte er die stark zunehmende Seitwärtsströmung unmöglich erkannt haben. Ich beschloss, die Strömung zu beobachten. Laut unseren Navigationskarten sind in diesem Quadranten keine starken Strömungen bekannt. Zwecks Beobachtung sah ich von der Zerstörung des Piratenboots ab. Es konnte sich nicht lange halten, wurde in die Strömung des Strudel gerissen und zum Zentrum gezogen. Dort verschwand sie vom Sonar. Etwa eines Stunde später verlangsamte sich die Strömung und flachte im Verlauf der folgenden Stunden ab. Trotz ausgiebiger Suche nach Order 7921 mit den Suchmustern Begr34 und Borg22  konnte weder eine Ursache für dieses Ereignis gefunden werden, noch Trümmer der „Seashark“. Anbei sämtliche Aufzeichnungen der Datenbank.

Verfasst von Vinc und abgelegt unter: LodlanD

Sie nennen sie Äpfel

Mi. 1.4.98, Scherbennest, Ismael Engels Log

Natürlich will wieder niemand mitmachen, und so bleibt Ella an Bord. Das ändert sich auch nicht, als uns die Volkshämnare wieder einmal auflauert und uns unter Beschuss nimmt. Manöver, Manöver. Ella krepiert beinahe. Wir laufen in eine versteckte Basis ein. Sehr sympathisch die Leute hier. Sie nennen ihre Basis Scherbennest, und so sieht sie auch aus. Aber etwa ist speziell: hier gibt es diese Dinger, die ich im Traum gesehen habe und von denen in meinem Buch die Rede ist. Sie nennen sie Äpfel. Meine Freunde sind ein bisschen gestresst, weil die Piraten, das sind sie wohl, sie nicht mehr gehen lassen wollen. Nach der Verhandlung wurden sie aber frei gesprochen und durften gehen. Ella hat mir einen Apfel geschenkt.

Und ich bin ein Priester der Äpfel geworden. In einem Monat sei Befruchtung, sagen sie. Hab keine Ahnung wie das geht, es macht mir ein bisschen Angst. Aber hier bleibe ich bis zu meinem Lebensende.

Verfasst von Vinc und abgelegt unter: LodlanD

8. Oktober 2009

Irgendwo

Fr. 28.2. – Do. 18.03.98 sE, irgendwo fernab der Handelsroute, Logbuch der Seashark, Eintrag von Leroy Giordani

Endlich wieder zu Hause! So nah am Tod, wie in den letzten paar Tagen mehrmals, war ich mein ganzes Leben noch nicht. Nur mit viel Glück und Geschick aller Beteiligten konnten wir uns aus der misslichen Affäre ziehen. Nachdem wir die Daten dem Liberdom verkauft haben und der Artikel auch erschienen ist, scheint ein wenig Gras über die Sache zu wachsen. Nach einem ausführlichen und ziemlich klaren Gespräch mit meinem Arbeitgeber setze ich nun wieder voll auf meine vernachlässigte Arbeit in der Werft. Maurice und Ismael beheben die fast schon alltäglichen Schäden an der Seashark. Zeugt schon von Qualität des Bootes, dass wir nicht schon längst abgesoffen sind…

Zur Auflockerung des Arbeitsalltags treffen wir uns öfters in der TA-Bar, sehen uns den Oktopete an oder gehen an die SPOHA- Spiele. So auch an jenem Sonntag. Die Lod Harpunen haben wieder einmal gewonnen, bringt uns aber auch nicht viel weiter nach vorne.

Die noch bessere Unterhaltung bieten Ismael und Maurice, die mit irren Ideen eine Art Choreographie ins Becken zaubern wollen. Ich würde sie vielleicht sogar im Knast besuchen, wenn sie nach der ersten Farbbombe verhaftet werden… köstlich… Weniger lustig finde ich jedoch den Vorschlag, mit meinem Boot eine Art Fantransport von Arbiträa nach Lod zu organisieren und mit dubiosen Frachten noch etwas dazuzuverdienen. Nur über meine Leiche lasse ich die zwei alleine mit meinem Boot losfahren, ich kenne die beiden gerade einmal 3 Wochen. Mitten in die Phantasien, spricht uns eine Arbiträerin an. Nach einigen Gesprächen über Leviathans und SPOHA stellt sie sich als Ella Mortier heraus. Sie arbeitet angeblich bei der Hafenbehörde, was die zwei Hobby-Schmuggler hellhörig macht… Ich distanziere mich von dem Grüppchen, will gar nichts über irgendwelche zwielichtige Fracht und Fantransporte wissen.

Später in der TA-Bar wird die ganze Phantasie weitergesponnen. Nicht zu glauben, ich gehe nach Hause und lasse die drei alleine, muss ja wieder zur Arbeit morgen.

Ich habe den ganzen Mist schon beinahe vergessen und bin auf meine Arbeit konzentriert, als mein Vorarbeiter mich ans Kom ruft. Was ist los? Ich gehe in sein Büro, was ich schon so nicht gerne besuche und lausche am Hörer. Ella meldet sich ziemlich aufgebracht und flieht mich an, sie zu treffen. Ich versuche ihr klarzumachen, dass ich eine geregelte Arbeit habe und nicht wegen ihr alles hinschmeissen kann. Nach einigen Minuten der weiblichen Überzeugungskraft, gebe ich den Anlegeplatz der Seashark preis, auf der Ismael und Maurice sind. Leider reicht ihr das nicht, und nur wenige Stunden später muss ich schon wieder ins Büro…diesmal schaute mein Chef noch kritischer… Ella fleht mich an, mich mit ihr irgendwo in Ebene 48 zu treffen, Ismael und Maurice wären auch da…

Jetzt wird’s eng… Stammle meinem Vorgesetzten irgendwas von einer Grossmutter die im Sterben liegt und verschwinde von der Werft. Das kann mich meinen Job kosten. Als ich endlich bei der besagten Adresse bin, sehe ich bloss ein paar Typen in blauen Overalls beim Eingang um eine aufgebrochene Tür stehen. Natürlich lasse ich mir nichts anmerken und gehe vorbei. Doch wohin? Am Besten nach Hause, die haben ja meine Adresse. Es vergeht keine halbe Stunde, als ich einen Anruf bekomme. Alle sind im Boot. Als ich dort eintreffe, bin ich ziemlich sauer und bedürftig nach Erklärungen.

Das hat mir noch gefehlt. Ella ist eine Geheimagentin, die mit unserer Hilfe zu einem geheimen Militärstützpunkt fahren will, um angeblich ihre Familie, natürlich Diplomaten, vor einem terroristischen Anschlag zu warnen. Trotz einer nicht angemessenen Besoldung werden wir ihr helfen.

Nachdem ich meine allerletzten Ferientage bezogen und bis Ende Jahr vollen Einsatz und Wochenenddienste versprochen habe, stechen wir wieder einmal in See.

Wer hätte das gedacht… schon nach 5 Stunden Fahrt… Stalker incoming…es ist die DS Bohater, ein Frachtschiff. Kleiner und langsamer als wir, was wir ausnützen und dank Maurices treffsicheren Netztorpedos auch entkommen. Warum zur Hölle greifen die uns an?

Sie müssen uns aufgelauert sein. Wer wusste, welchen Kurs wir nehmen? Leider ist Ella ziemlich verschwiegen und miemt die Nichtswissende… traue ihr nicht. Mein Misstrauen wird noch verstärkt, als plötzlich der Rauchalarm im Küchenbereich aktiv wird. Ich schliesse sofort das Cockpit, doch der kleine Kabelbrand löscht Ismael relativ schnell. Als ich mir den Brandherd ansehe, wird mir einiges klar. Da wurde manipuliert und einen schleichenden Kurzschluss erzwungen. Nicht genug des Ärgers, jetzt fängt auch noch Ismael an durchzudrehen. Er schreit nur noch rum, will Ella fesseln oder von Bord schmeissen. Wir können ihn nicht beruhigen. Jetzt will er sich auch noch die Biokiemen anschauen. Der versteht doch nichts von solchen Sachen… Mir bleibt keine andere Wahl, als den Maschinensektor abzuschliessen. So eine Scheiss Aufregung, ausgerechnet kurz vor der Handelsroute von Arbiträa. Eine der bestbewachten und -gesicherten Routen überhaupt.

Ismael will einfach nicht aufgeben und öffnet das Schott manuell. Ich erwische ihn gerade dabei, wie er die äussere Glasabdeckung öffnet. War es ihm denn keine Lehre, als er vor einer Stunde den Verschluss der AWW-Rohre abbrach? Nach einem kurzen Handgemenge und einem Einblick ins innere der Biokiemen, kehrt endlich wieder Ruhe ins Boot ein. Was für ein Gefühl… Wir durchqueren die Handelsroute, hören nur das beruhigende Signal der Leitbojen.

Ella führt uns ins Ungewisse, durch die absolute Dunkelheit. Wir passieren ein grosses Felsentor, als wir plötzlich eine Kuppel ausmachen. Als wir uns nähern, offenbart sich uns die ganze Kuppel, die ziemlich zerstört zu sein scheint und auch keinerlei Signal aussendet. Ella setzt sich auf den Navigationsstuhl und hackt irgendwas am LLS rum. Sie scheint es mächtig drauf zu haben, und ich komme nach kurzer Zeit nicht mehr nach. Sie hat die verschlüsselte Warnung gesendet und wir drängen auf die aller au pays. Weit kommen wir jedoch nicht, denn schon kurz vor dem Felsentor…Stalker incoming!! Na klar, die Volkshämnare, wer sonst… Jetzt wird’s aber richtig heiss. Dem ersten Stalker können wir nochmals mit geringem Schaden entkommen. Aber mal ehrlich, gegen so was hilft nur die Flucht, sofern man nicht auf offener See ist. Ella ist ein Profi. Sie kennt die Umgebung scheinbar auswendig. Mit schnellen, klaren Anweisungen lenke ich die Seashark in immer zerklüftetere Vulkangegenden. Die Volkshämnare folgt uns. Trotzdem sind wir nicht im Feuerbereich, klasse navigiert. In der Nähe eines Gletschers, aus dessen Spalten heisse Lava tritt, nutzen wir den Auftrieb eines Stroms, der aus einer dieser Spalten kommt. Ich lasse mich nach oben treiben, um auf das Kommando Ellas, die Maschinen auf Vollschub zu stellen. Haargenau manövriere ich mein Schiff in eine schmale Höhle, die in einer Sackgasse endet. Jetzt bleibt uns nur eine Möglichkeit. Ich stelle das ganze System ab, und das Schiff hüllt sich in absolute Dunkelheit und Stille. So verharren wir 3 Stunden, ohne dass Ismael die Ruhe gestört hätte… Jetzt reicht’s, wenn uns die Volkshämnare auflauert, dann kann sie das über Wochen hinweg tun!!

Ich starte die Systeme neu und fahre langsam Richtung Strom. Keine Signale, ich gebe Vollschub gegen den Strom und steure das Boot zurück. Überall liegen Wrackteile und Trümmer aufgeschlitzter Schiffe. Wenn du dich hier nicht auskennst, ist es eine reine Glücksache, unbeschadet durchzukommen.

In Schleichfahrt nähern wir uns wieder dem Felsentor. Wäre voll bescheuert, wenn sie nicht gewartet hätten. Natürlich werden wir wieder beschossen und ein Stalker trifft uns. Scheissse, zudem streifen wir einen spitzen Felsen, den uns ein zweites Loch ins Boot macht. Mit vereinten Kräften bringen Ismael und Ella die Reparaturplatten an. Und wieder bleibt uns nur die Flucht. Durch den Strom in weiter zerklüftete Schluchten und Windungen. Wir lassen eine Sprengboje an einem Durchgang liegen. Ein wenig später hören wir akustisch ein Krachen hinter uns. Es scheint, als ob es die Volkshämnare an irgendeinem Felsen erwischt hat. Gibt uns bloss ein wenig Vorsprung. Nicht nur das, habe das verdammte Rammschiff übersehen!!

Es knallt gewaltig, als ein Sporn ins Cockpit eintritt und Ella mitten durch die Brust aufspiesst. Ich sprinte in den Maschinenraum und hole den Schneidbrenner, während Ismael den Medi-Koffer bedient. Ich trenne den Sporn ab und überlasse das Entfernen Maurice und Ismael. Ella schwebt in akuter Lebensgefahr und wird durch notdürftige Bandagen und Schmerzmitteln am Leben gehalten. Ich verteile Reparaturplatten und auf mein Kommando lösen wir uns vom Sporn. Nur zu dritt schaffen wir es, die Platten anzubringen. Immer noch kein Zeichen von der Volkshämnare. Ella versucht trotz den Verletzungen mit codierten LLS Signalen den Weg weiter zu finden. Wir fahren weiter im Schleichtempo und Ella stammelt die Koordinaten.

Was wir hier sehen, fasziniert mich. Es ist eine sehr junge Vulkanlandschaft mit surrealen Formen und scharfen Spitzen. Hierdurch kommst du alleine niemals. Plötzlich kommt ein doppelläufiger Geschützturm in unser Blickfeld. Ella hackt weiter auf der Tastatur rum. Der Turm folgt uns langsam, bleibt aber zu unserem Glück stumm. Wir fahren nun schon seit 6 Stunden in diesem Labyrinth und Ella wird zusehends schwächer, als wir über eine Anhöhe in eine grosse Höhle fahren. Weiter vorne ist eine grosse Kuppel mit sicher 700m Durchmesser. Im Osten befindet sich ein mächtige Schleuse. Ella gibt ihren letzten Code ein als sie das Bewusstsein verliert. Als wir uns der Schleuse nähern, öffnet sich das Riesentor und wir fahren in die Kuppel. Scheinwerferlicht und diverse Geschütztürme verfolgen uns bis in ein Trockendock.

Verfasst von Vöge und abgelegt unter: LodlanD

2. Oktober 2009

Déjà-vu

Fr. 28.2. – Di. 16.03.98 sE, irgendwo auf der Handelsroute zwischen Lod und Arbiträa, Tagebucheintrag von Maurice Gérard

Auf See ist es doch am Schönsten! Hätte nicht gedacht, dass es so schnell wieder losgeht… Aber von vorne: Wir waren alle froh, als wir die brisanten Erkleken-Daten endlich los waren. Vor einiger Zeit erschien dann der Artikel von Liberdom. Gebannt lasen wir ihn und ein riesen Riff fiel mir vom Herzen, dass Liberdom das Versprechen wahr gemacht hatte, unsere Anonymität zu bewahren. Der ganze Skandal um das unmenschliche Projekt, wasseratmende Menschen zu erschaffen, wurde aufgedeckt. Wir konnten in Erfahrung bringen, dass der Unfall an Fin Mensen neu untersucht wird. Liberdom hatte die nicht-wissenschaftlichen Daten kopiert und dem Obergericht zu Lod übergeben. Die Originalkassette wurde danach unter Aufsicht verschreddert. Der Artikel von Liberdom löste einige diplomatische Unstimmigkeiten aus, doch wir waren aus dem Schneider. Und das erhaltene Geld kann ich auch gut gebrauchen…

Letzten Sonntag war dann endlich wieder mal die Spoha-Liga angesagt; eine gelungene Abwechslung zu den ewig dauernden Reparaturarbeiten an der Sea Shark. Wir machen uns einen schönen Tag am Spoha-Becken… Der komische Kauz Ismael ist auch Leviathans Fan, weshalb bleibt mir zwar schleierhaft, aber immerhin eine Gemeinsamkeit… Und sogar Leroy, natürlich Lod Fan, kommt mit uns in die Fanecke als das Spiel beginnt. Wir schreien uns die Seele aus dem Leib, doch es nützt alles nichts. Die Leviathans verlieren kläglich – merde! Mon dieu, ich will gar nicht mehr darüber nachdenken. Wenigstens gab es doch noch etwas Erfreuliches: Gleich neben uns stand eine junge Arbiträerin, eine Aviatic um genau zu sein. Wir sind in Kontakt gekommen und es war nett, wieder mal mit einer Landsfrau zu reden.  Ella Mortier heisst sie, zwar nicht ganz so attraktiv wie Ellen, aber immerhin eine Arbiträerin…  Wir tranken sogar noch was gemeinsam in der TaBar und erfuhren, dass sie bei der Hafenbehörde arbeitet. Hafenbehörde – wer weiss, ob sich das nochmal als nützlich erweisen wird. Wir sollten den Kontakt zu ihr auf jeden Fall halten. In diesem Zusammenhang fällt mir die Idee von Ismael und mir fürs nächste Leviathans Spiel wieder ein… Wenn das klappt, schreiben wir Spoha-Geschichte! Dazu müssen wir aber erst nach Arbiträa kommen. Leroy klang nicht besonders begeistert von der Idee, dass Ismael und ich nach Arbiträa fahren und ein wenig Fracht zur Aufbesserung unserer gemeinsamen Kasse transportieren.

Doch schon am nächsten Tag sollte alles anders werden. Ismael und ich waren mit letzten Ausbesserungsarbeiten an der Sea Shark beschäftigt, als es auf einmal klingelte. Wer das wohl sein mag? Es ist unsere neue Bekanntschaft Ella, und sie erscheint äusserst aufgeregt. Sie brauche dringend Hilfe. Und zu wem kommt man wohl, wenn man Hilfe braucht; natürlich zu uns! Zu wem auch sonst? Ist doch klar, dafür sind wir doch da, mais mais mais… Sie will uns aber nicht mal verraten, worum es geht, erst bei ihr zu Hause. Leroy sei auch schon auf dem Weg dahin. Was bleibt uns also anderes übrig, als ihr zu folgen? Immerhin ist es “nur” Ebene 48 in Lod 5. Das letzte Mal wurden wir irgendwo im 70er Bereich überfallen. Doch es kommt, wie es kommen musste: Leroy ist noch nicht da und Ella öffnet die Türe. Ein paar Typen erwarten uns schon und versuchen Ella k.o. zu schlagen. Doch nach einem kleinen Gerangel gelingt es uns, die Türe zuzuknallen und abzuschliessen. Wir nehmen die Beine unter die Arme und können entkommen. Ella ruft wieder in die Werft an, doch Leroy ist schon unterwegs. Wir versuchen noch, ihn an den Durchgängen abzufangen, doch geben unser Vorhaben schnell wieder auf. Es sind einfach zu viele…

Wir können nichts anderes machen, als zum Boot zurückzukehren. Nach einer bangen Zeit des Wartens, trifft Leroy endlich auch auf dem Boot ein. Wir stellen natürlich Ella zur Rede, was das Ganze soll und wieso sie uns in die Falle gelockt hat. Sie beteuert, dass sie davon nichts geahnt habe und alles noch viel schlimmer sei, als erwartet.  Ella erzählt uns dann den ganzen Grund der Aufregung: Es gäbe eine geheime arbiträaische Militärbasis, welche von Stawa-Terroristen angegriffen werden soll. Auch ihre Eltern seien auf dieser Basis. Ella arbeitet natürlich auch nicht bei der Hafenbehörde, sondern ist Geheimagentin. Sie bittet uns um Mithilfe, dass wir mit der Sea Shark zur Militärbasis fahren und die Leute da warnen. Wir sind sehr skeptisch nach all dem, was wir in letzter Zeit erlebt haben und verlangen eine horrende Belohung von 500k Lex pro Person. Sie kann uns aber nur 200k total versprechen, mit einer Anzahlung von 50k. Nun ja, schlussendlich willigen wir doch ein, ihr zu helfen. Schliesslich ist sie eine Arbiträaerin und eine Arbiträaerin lügt nicht. Und falls doch, werde ich meine verletzte Ehre schon zu rächen wissen…

Wir machen das Schiff startklar und los geht’s, in Richtung Arbiträa auf der Handelsroute. Die Reise dauert etwa 40 Stunden, und wir werden so lange wie möglich auf der vermeintlich sicheren Handelsroute fahren. Vermeintlich ist das richtige Wort, denn schon nach etwa zwei Stunden werden wir beschossen. Torpedo incoming! Ich reagiere schnell und kann es mit dem Abfangnetz aufhalten. Der Angreifer ist ein Handlares, ein Frachter aus der UNL mit der Kennung DS Bohater. Schon ist ein zweites Torpedo auf dem Weg, welches ich aber glücklicherweise auch abfangen kann, sowie ein drittes. Leroy hat in der Zwischenzeit ein Manöver gestartet und schafft es, ausser Reichweite der Angreifer zu kommen. Wir folgen weiter der Handelsroute.

Ella hat uns jetzt schon zum zweiten Mal in ernsthafte Schwierigkeiten gebracht. Wie das wohl weitergeht? Je n’ose pas en penser…

Verfasst von Merkli und abgelegt unter: LodlanD

15. September 2009

Leviathan, der Eine der Alle ist

Do. 27.2. – Di. 16.03.98, 400 km nordwestlich von Lod auf der Fahrt nach Arbiträa, Ismael Engels Log

Ich glaub ich kack ne Krake. Als ich wieder zu mir komme, bin ich auf der Seashark. Die andern beiden sind auf dem Weg zur geheimen Basis. Weshalb? Wir wollten da doch so schnell wie möglich weg. Ich sollte meine Pappenheimer langsam kennen: Sie haben den Laptop mit den Daten auf dem Transporter vergessen. Verdammte Brachsmenhirne. Nun da hilft nur beten: Heil Eris.

So nun habe ich die Daten endlich. Der Datensatz kann meinen Künsten nicht widerstehen und ist in Kürze geknackt. Die wollten da Menschen mit Kiemen züchten, die Schweine. Auch mit Implantaten haben sie experimentiert. Was nun? Wie schlagen wir Profit aus den Daten und bleiben trotzdem am Leben? Während ich schlief, haben die anderen zwei die Infos an den Liberdom verkauft. Läppische 100′000 Lex gab’s dafür. Immerhin, sie haben uns absolute Verschwiegenheit garantiert. Und das sollten die von Liberdom eigentlich beherrschen, sind sie doch mehr oder weniger die einzige Informationsquelle auf die man sich in Lod verlassen kann, und die auch einmal eine Geschichte bringt, die die Oberen nicht gerne lesen. Da haben wir dem Netzwerk prächtig eins reingebrannt. Zudem haben sie die Daten dem Obersten Gericht von Lod übergeben und die Kopie vernichtet. Da geht es einigen an den Kragen, ist zumindest zu hoffen. Die werden ganz sicher einen Weg finden, da was zu mauscheln.

Heute ist der Artikel erschienen. Im Grossen und Ganzen haben sie sich an die Wahrheit gehalten. Unterdessen haben wir das Boot repariert und das Honorar aufgeteilt. Maurice und ich haben je 25′000 LEX erhalten, der Rest wurde ins Boot investiert. Leroy bewies, dass er auch eine gemütliche Seite hat und lud uns zum SPOHA-Spiel ein. Es spielten die Leviathans, ein Fingerzeig Eris? Wer glaubt schon an Zufälle? Anfänger und Grünfische höchstens. Sie spielen vorne mit, und sie sind aus Arbiträa, den discordischsten Meeresbewohnern die ich kenne. Definitiv kein Zufall. Habe mir sofort eine Leviathan-Fanmütze gekauft und auf dem Boot, das nun mein Zuhause ist, goldene Äpfel daran genäht. Zumindest sind sie golden, was ein Apfel ist, weiss ich nicht. In meinen Träumen sah es so ähnlich, wie eine runde Flosse aus. Maurice ist auch Fan der Leviathans, aber aus eigenen Gründen. Er hat die wahre Dimension der Sache noch nicht erkannt. Bei ihm scheint das Heimatgefühl und sein diffuser Ehrbegriff Grund zu sein, auf diese Mannschaft zu setzen.

Der Besuch der SPOHA-Spiele hat sich bei unserem kleinen Grüppchen zur Tradition entwickelt. Endlich ein gemeinsamer Nenner. Gut, Leroy ist natürlich Lod-Fan. Die dümpeln im Mittelfeld. Heute ist der entscheidende Spieltag. Die Novas sind Erster vor uns. Wenn sie heute gewinnen, schliessen sie die erste Runde auf dem ersten Platz ab. Und es kommt wie es kommen muss. Der Gegner leistet keine Gegenwehr. Im ersten Drittel saufen gleich alle fünf ab, ohne einen Novaler zu treffen. Das sieht schwer nach Betrug aus. Erbost werfe ich den Becher voll Algenpfütze an die Beckenwand. Wir spielen gegen die Scientianer. Schadensbegrenzung ist das Stichwort. Weshalb sprechen die eigentlich von den Leviathans, es gibt doch nur einen? Der Eine der Alle ist. Der Leviathan, die Mannschaft. Aber der Leviathan verstrickt sich in Einzelaktionen. So kann man nicht gewinnen. Und das nächste Spiel ist gegen die BFS-Brut. Andere Mannschaften sind Gegner, die BFS-Brut ist der Feind schlechthin. Und ich habe mir bereits etwas überlegt, wie ich den Leviathan im nächsten Spiel unterstützen kann. Maurice hält es auch für eine gute Idee und ist bereit, mir zu Helfen. Im Grunde hat er ja doch ein gutes Herz, vor allem wen es um SPOHA geht. Der Plan ist folgender: Die Becken sind oben offen und in Wurfreichweite. Es sollte also ein leichtes sein, etwas da oben rein zu werfen. Wir überzeugen Leroy, uns mit Fracht nach Arbiträa fahren zu lassen. Dort kaufen wir uns Farbe um das Becken einzufärben. Natürlich die Vereinsfarben des Leviathans: blau-schwarz. Und für das dritte Becken nehmen wir goldene Farbe. Müssen wir nur noch raus finden, worin wir die Farbe ins Becken schmeissen. Es sollte etwas sein, das entweder aufplatzt oder sich im Wasser zersetzt. Natürlich zickt Leroy wegen des Bootes. Er lässt sich auch nicht überzeugen, als ein weiterer Fan der Leviathans sich anbietet, sich für uns nach Fracht umzuhören. Ella Mortier ist ihr Name, und sie arbeitet auf der Hafenverwaltung. Hafenverwaltung tönt gut, tönt interessant, tönt so als ob es vielleicht doch eine Möglichkeit gäbe, Doropax durch den Zoll zu bringen. Aber erstmal legale Geschäfte tätigen und Vertrauen aufbauen. Wir nehmen Ella mit in die TA-Bar und quatschen noch ein bisschen rum. Sie ist eine Arbiträerin aus dem Hause der Diplomaten, und Maurice flirtet schon wieder wie ein Weltmeister mit ihr. Ok, die Figur ist ja nicht schlecht und der Anzug, vor allem der Ausschnitt, betont ihre körperlichen Vorzüge. Sportlich, aber etwas zu burschikos für meinen Geschmack. Doch Maurice scheint es zu gefallen.

Ella meldet sich früher als erwartet wieder. Eigentlich haben wir erst morgen Mittwoch mit ihr in der TA-Bar abgemacht. Nun steht sie vor dem Schott der Seashark und faselt was von Lebensgefahr und Dringlichkeit. Es scheint uns nicht vergönnt zu sein, ein ruhiges Leben als Fantransporteure mit Zusatzverdienst zu geniessen. Maurice und ich hatten bereits Pläne: Wir wollten den Innenraum der Seashark blau-schwarz streichen und mit Fantransporten von und nach Arbiträa gutes Geld verdienen. Mit dieser Tarnung und unseren neuen Beziehungen zur Hafenbehörde, hätten wir gut Geld verdienen können. Leroy hätte sich nach ein paar Jahren sicher an die Farben gewöhnt. Ella will, dass wir sofort mit dem Subtaxi mitkommen. In ihrer Wohnung auf Ebene 48 in Lod5 will sie sich mit Leroy treffen. Eben 48, das kennen wir, das ist die Fallenregion. Wir gehen dennoch ohne unsere Waffen hin, wir hätten sie ja doch nicht durch den Zoll gebracht, und Waffentragscheine können wir uns nicht leisten. Auf Ebene 48 angelangt zückt Ella ihren hübschen „peng und zzzt“ Elektroschockerstab. Aus Schaden klug geworden, lasse ich sie vorangehen. Leroy sichert meinen Rücken. Da ich mich nicht verraten will, lasse ich Ella die Tür öffnen. Und promt kriegt sie eins über den Schädel gezogen. Nach kurzem Kampf flüchten wir. Aber was macht Leroy? Läuft er ebenfalls in die Falle? Wir überprüfen drei der Zugänge zur Ebene 48 aber das Vorhaben ist hoffnungslos, zu viele Menschen. Bleibt nur noch zu hoffen. Wir begeben uns zu Leroys Boot. Aber was heisst da schon Leroys Boot? Eigentlich gehört es auch ein bisschen uns, zumindest der Geschützturm, der mit unserem Geld repariert wurde.

Leroy hat es geschafft. Nun will Ella, dass wir mit ihr zu einer geheimen Militärbasis ihres Volks fahren, um ihre Eltern zu warnen. Terroristen wollen die Basis zerstören, und nur wir könnten rechtzeitig dort ankommen um die Basis zu evakuieren. Hanebüchen, die Geschichte. Ich glaub ihr kein Wort. Für eine halbe Million Lex pro Nase werden wir ihr helfen. Wir erhalten 50′000 Lex als Anzahlung. Feilschen scheint nicht unsere Stärke zu sein. Unverzüglich wird der Anker gelichtet. Die beiden Arbiträäer streiten um den Sitz im Cockpit. Weshalb heisst das eigentlich so? Hahnenfalle, was soll das? Oder hat es was mit männlichen Geschlechtsorganen zu tun, die dort abgebaut werden?

Ich hasse das, diese Fahrten ins Ungewisse. Man weiss nie, ob man sich langweilen soll oder sich vor Spannung in die Hosen scheissen. Jederzeit kann etwas passieren, wer weiss schon wann und wo? Schlafen oder Wachen? Na gut, solange wir die Transportroute nicht verlassen, sollten wir keine Probleme haben. Ich entscheide mich für Lesen. Howard, lebst du noch?

Zwei Stunden später meldet sich der Sonar. Torpedo incoming. Zum Schweinswal. Mitten auf der Transportroute. Handlares, Transporter mit der Kennung DS Bohater. Maurice bedient die Abfangnetze sehr geschickt und fängt die Torpedos ab. Währenddessen stelle ich Ella zur Rede. Wer konnte uns hier finden? Wer greift uns an, obwohl wir noch auf der Transportroute sind und es viele Zeugen gibt? Vielleicht sollten wir umkehren. Ella trägt bestimmt einen Peilsender, wie sonst hätte man uns sonst so schnell gefunden. Und das erst noch mit einem Transporter, der langsamer als unser Schiff ist. Jedenfalls verstrickt sich Ella, oder wie sie auch immer heisst, in Widersprüche. Schmeissen wir sie ins Meer, dann haben wir wenigstens die Anzahlung und unsere Leben auf sicher.

Verfasst von Vinc und abgelegt unter: LodlanD

14. Mai 2009

Pseudoparanoiker und tanzende Fische

Mo. 25. – Mi. 27.02.98, auf der Fahrt zurück nach Lod, Ismael Engels Log

Verdammt, gestern glaubte ich noch, leicht paranoid zu sein. Aber was ich in den letzten Stunden gesehen habe, das glaub ich mir ja nicht mal selber. Nachdem ich einige Stunden tief geschlafen habe, finde ich nun Zeit, endlich alles aufzuschreiben. Meine Erinnerungen sind immer noch wirr. Das Unglaublichste zuerst: ich lebe noch! Beinahe noch unglaublicher: meine Freunde haben mich gerettet. Die haben da drin tatsächlich Kampfmonster gezüchtet. Da steckt bestimmt der BFS dahinter, diese verdammten Schweinswale und Delphinficker, elende Gründeler im dreckigsten Schlamm und Söhne von Brachsmen. Wo ist eigentlich meine Kamera? Das glaubt mir ja niemand. Sind die Daten auf dem Laptop unbeschädigt? Der beknackte Leroy, ihm liegt offensichtlich mehr an seinem Schiff als an seinen Mitreisenden. Nachdem ich die Eingangschleuse gescannt hatte und die Luft rein schien, betraten wir die Forschungsstation. Der Käpt’n sollte mal das Andocken üben: kaum schloss sich das Schott hinter uns, war sein Boot auch schon weg, mitsamt dem Schott. Eine Falle? Wohl kaum, überall lag fingerdick Staub, Skelette von Laborraten, die Anlage schien verlassen. Hat er wohl die Handbremse vergessen anzuziehen. Als nächstes versucht er einen Herd einzuschalten und prompt fällt der Strom im gesamten Komplex aus. Ein leichtsinniger Techniker der sein Schiff bemuttert, wie krank ist das?

Und was ist Leroys Plan? Ich soll alleine das Sicherheitsterminal hacken, während er sich mit dem Arbiträer ums Schiff kümmert. Wäre der Strom bloss immer noch weg, der Plan wäre ins Wasser gefallen. Lassen die mich doch glatt alleine hier zurück in der Station, die stinkenden Fischköppe. Aber das Boot brauchen wir um wieder hier weg zu kommen. Bevor er sich verabschiedet versucht der Käpt’n die Tür des Sicherheitsraumes zu verschliessen, so dass man von aussen nicht reinkommen kann. Immerhin überlässt mir der Arbiträer seine Knarre. Stunden später höre ich Schritte vor der Tür. Sie halten vor der Tür, ich verstecke mich. Jemand versucht in den Raum zu kommen. Natürlich schiesse ich sofort als sich die Tür öffnet. Kaum zu glauben, aus etwa einem Meter Entfernung verfehle ich das Ziel. Weshalb kriegen die die Türe überhaupt auf? Merke: vertraue nie mehr in die handwerklichen Fähigkeiten Leroys. Der steht denn auch vor der Türe, zusammen mit dem Arbiträer. Immerhin, sie haben das Boot am andern Schott festgemacht. Diesmal mit Handbremse.

Ich habe es satt, alleine gelassen zu werden. Während ich mich mit dem Sicherheitssystem befasse, höre ich Schritte, viele Schritte. Sofort verstecke ich mich hinter dem Schreibtisch. Etwas kommt in meinen Raum, sieht sich um. Ich sehe nur seinen Schatten. Mein Puls rast wie damals Haider auf der Landstrasse. Weshalb er mich nicht bemerkt bleibt mir ein Rätsel. Sind es überhaupt Menschen, oder doch Maschinen oder gar Phantome, Geister?

Untersuchung der Forschungsstation: Nach den Spuren und Gerüchen auf dem WC zu schliessen, lebt hier noch jemand, er scheint Verdauungsprobleme zu haben. Phantome scheissen nicht, soviel steht fest. Ansonsten nicht viel Interessantes. Der grösste Teil der Station wurde nie richtig in Betrieb genommen, die Luftversorgung gibt bald ihren Geist auf und stromtechnisch sieht die Lage auch nicht viel besser aus. Essen scheint auch ausgegangen zu sein: selbst die Ratten sind verhungert. Ein Bereich ist mit einer Sicherheitstüre verschlossen. Und die Patrouillen hören wir des öfteren. Wie kommen wir in den Raum hinter der Türe? Ist da noch jemand? Vorsichtshalber zertrümmere ich alle Überwachungskameras die ich sehe.

Und natürlich kam es, wie es kommen musste: wir werden von einer Patrouille aufgespürt. Wilde Flucht durch die Gänge. Plötzlich öffnet sich vor uns ein Lüftungsschacht und jemand winkt uns zu. Er führt uns in den abgesperrten Bereich und stellt sich als Björn vor. Unser Retter sei ein Forscher, erzählt er. Wir finden grosse Tanks mit kollabierter Nährlösung. Björn scheint sich davon zu ernähren. Mit einer Stange stochere ich in der stinkenden Masse. Bald habe ich etwas an der Angel: es ist ein deformierter, verwesender Körper. Trotz des Brechreizes zwinge ich mich dazu, das Grauen zu photographieren. Ich hab den BFSlern einiges zugetraut, aber dies nicht. Verdammt, sie müssen Hilfe von den Scientianern gehabt haben, sonst hätten die das nie hin gekriegt. Und das Netzwerk, eh klar, so was grosses wird nicht gebaut, ohne dass die das mitgekriegt haben.

Im Kontrollraum liegen mehrere Leichen. Tote Forscher mit weisser Weste. Ich hacke mich in die Überwachungsaufzeichnungen und überspiele den ganzen Krempel auf Leroys Laptop. Tatsächlich lassen sich Aufzeichnungen des Mordens finden: Ein erregter Björn stellt die Forscher zur Rede. Er hat herausgefunden, worum es bei diesem Projekt wirklich geht. Hier wurden Kampfmutanten gezüchtet, behauptet er. Es kommt zum Streit, eine Waffe wird gezückt und wechselt wie von Geisterflossen in die Hände von Björn. Die Dinge im Raum beginnen sich zu bewegen, wirbeln herum und erschlagen dabei alle, die sich im Raum befinden ausser Björn. Offensichtlich ist er ein ausserordentlich starker Psioniker.

Die einen hacken, die anderen kacken: Leroy eskortiert Björn aufs WC. Keine grosse Überraschung, dass er alleine zurückkehrt. Schade, der Typ hätte uns sicher helfen können. Auch keine grosse Überraschung ist es, dass die Piraten auftauchen. Ihr Hacker war wohl doch nicht viel schlechter als ich, sonst hätten wir noch etwas mehr Zeit gehabt. Unser Boot liegt schon wieder auf Grund. Leroys Nerven liegen blank. Ob ich ihm ein Doropax hätte anbieten sollen? Ich lasse meine Sinne schweifen und finde das Boot auf dem Grund. Mehre Kammern sind beschädigt. Krakenkacke, hat sich mein Doropax im Wasser aufgelöst? Meine Bücher reagieren allergisch auf Feuchtigkeit. Das ist das Ende. Alleine in einer kollabierenden Forschungsstation, ohne Boot, ohne Essen. Wobei alleine wäre ja noch schön, aber draussen stehen die Piraten und sie beginnen die Sicherheitstüre durch zu schweissen. Wir müssen flüchten. Plan: Leroy zerstört die Stromverteilung, ich bastle mit dem Arbiträer eine hübsche kleine Falle mit Seife, Skalpellen und Gläsern. Umsetzung: Nachdem der Strom weg ist, sammeln sich die Piraten im Gang, keiner geht in die Falle. Wir versuchen es mit der Brechstange. Wir rempeln die Wachen am Schott um und versuchen in ihr Boot zu kommen. Kampfgetümmel, überleben. Wir legen ab mit drei Leichen an Bord. Elende Störscheisse, die Requiems auf dem Grund sind gar nicht leer, wie ich glaubte. Sie schiessen aus allen Rohren. Ich drohe ihnen, die Kuppel zu torpedieren. Nach einem Warnschuss sind die Piraten gesprächsbereit. Doch der Deal geht in die Hosen. Keine Ahnung was die andern Zwei auf der Sea Shark gemacht haben, jedenfalls werde ich wieder beschossen. Aber immerhin, ich werde nicht wie treibender Tang untergehen: sollen sie verrecken, diese Bastarde von Seeponys. Die eine Hälfte der Kuppel fällt von meinem Torpedo getroffen in sich zusammen. Mein Boot sieht allerdings nicht besser aus. Mit einem riesigen Topf Seetangspaghetti liesse es sich vielleicht noch als Sieb verwenden, als Transportmittel taugt es nicht mehr. Das Schicksal meint es nicht gut mit mir. Anstatt eines schnellen Todes muss ich hier im Cockpit des Transporters elendiglich ersticken. Sämtliche Systeme sind ausgefallen, sämtliche Kammern zerstört ausser dem Cockpit. Ich hatte mit dem Leben abgeschlossen, verfiel in Panik, schrie und tritt um mich. Und dann erschien mir die Göttin und sie sprach: „If you are jesus and you know it, clap your hands. Es ist an der Zeit, dass der Fisch sich die Flossen putzt. Es ist an der Zeit, dass er sie gründlich reinigt. Noch ist sein Wasser dazu klar genug. Doch dieses Wasser wird einst brackig und trüb sein und keine saubere Flossse wird ihm entschwimmen können. Wehe, es kommt die Zeit, wo der Fisch nicht mehr über dem Grunde schwimmt und seine Flossen verlernt haben zu schwingen. Ich sage dir, man muss noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Fisch gebären zu können. Ich sage dir: du hast noch Chaos in dir.“ Dann sprach sie also: „Seit geraumer Zeit wird unser Garten von Brombären belagert. Anfangs unbemerkt flochten sie ihr Netzwerk den Mauern und Zäunen unseres Gartens entlang. Bald aber streckten sie ihre Fühler und Tentakel tiefer in unser grünes Idyll und drohten dieses zu zerstören. Die Drohung war keine leere, Forderungen wurden keine gestellt, so verwandelte sich das blühende Paradies in eine grüne Hölle. Der Dornen und Fallstricke, tödlichen Fallen gleich, waren gar viele, selbst die wilden Tiere getrauten sich nicht mehr in unseren Garten und machten einen weiten Bogen darum. Viel schlimmer war dieser Überfall der Brombären für unsere Katzen, die weil sie keinen Bogen um ihr eigenes Revier machen konnten, sich gezwungen sahen, das Sofa als einzige sichere Ruhestätte zu bewachen. Auch wollten die Mäuse nicht mehr zum Dinner kommen, scheuten sie doch das gefährliche Unterholz.

Es gab keine andere Möglichkeit: das Ungeziefer musste vernichtet werden. Und zwar restlos. Es musste verfolgt und ausgemerzt werden. Wer in unserem Garten derart Angst und Schrecken verbreitet, die Fratze des Terrors über das Idyll des Friedens erhebt und Mensch und Natur gleichermassen tyrannisiert, dem kann kein anderes Ende winken als der Tod, des Schlafes Bruder, wenn nicht wenigstens ewige Verbannung und Verfolgung. Oder moderner: Burn motherfucker, burn!

Allein, manche Versuche sich dieser hinterhältigen und grausamen Brombären zu entledigen scheiterten kläglich. Nicht nur erwiesen sich diese Biester als ausserordentlich zäh und widerstandsfreudig, sondern auch als sehr gut organisiert. So tief wir mit unseren bisherigen Angriffen auch in ihre Reihen vorstossen konnten, kurze Zeit später war das gesamte Gebiet zurückerobert und von den Brombären reannektiert. Offensichtlich müssen sie über ein weitverzweigtes Versorgungsnetz verfügen. Unsere Nachbarin im Westen riet uns zu Massenvernichtungswaffen chemischer Natur. Wir hegten jedoch den Verdacht, dass es nicht besonders förderlich sei, den eigenen Garten mit Massenvernichtungswaffen anzugreifen. Nicht dass wir uns als Vertreter der Massen betrachten würden, aber dennoch befürchteten wir Kollateralschäden (Korrigiervorschlag des Korrekturprogramms: Kotlateralschäden; kein Witz, also eigentlich schon aber nicht so, sondern anders, also … probieren sie es doch einfach mal aus. Ebenso testenswert: (?) Und wenn sie denken Brombären gebe es nicht, mein Korrekturprogramm kennt sie. Allerdings hat es nie eine Brombäre einzeln gesehn.).

Und also kam es zum Kampf: Von des Frühlings sanfter Hand wachgerüttelt, irgendwann am späten Nachmittag, nichts Böses ahnend, den Frieden ebenso vor Augen wie das Frühstück, gewahrte ich aus den Augenwinkeln, wie sich vor dem Fenster zum Garten Unheil ankündigte. Grün und dornig lagen sie da, auf der Lauer so schien mir, nackt nun, da sie der Schnee nicht mehr verbarg. Ja, ein derartig hinterlistiges Volk ist dieses Brombärengezüch,t dass es sogar die Gewalten der Natur, Wärme wie Kälte, für seine grössenwahnsinnigen Allmachtsphantasien zu instrumentalisieren vermag! So ging es einen Pakt mit der Kälte ein um sich unter dessen Schatten, dem Schnee, zu verbergen. Wie ich dieses Heer von Dornen vor mir sah, konnte ich natürlich nicht anders, als mich sofort in die Rüstkammer des Gartenhäuschens zu begeben und mich mit einer Gartenschere, einer kleinen Hacke und einem paar alter Handschuhen auszurüsten. Solcherart ausgestattet, mit dürftigem Schuhwerk und nackten Armen stürzte ich mich in den Kampf, dessen Ausgang doch so ungewiss war. Mit wilden Hieben suchte ich mir zunächst Platz zu verschaffen. Doch die Brombären wichen stets nur zurück mit ihren dornenübersäten Tentakeln, so dass mir kein entscheidender Treffer gelingen mochte.

So beschloss ich also in meiner Weisheit, als erfahrener Schwinger der Hacke und kampferprobter Recke der Gärtnerzunft das Übel bei der Wurzel zu packen. Tiefe Furchen, Wunden gleich, schlug ich in das Erdreich um der Brombären Wurzeln habhaft zu werden. Doch so leicht liessen sie sich nicht aufspüren. Da verfolgte ich eine Brombäre bis zum Boden, dort wo sie in den Untergrund ragt, der ihr doch ein so guter Nährboden ist. Hurtig legte ich das Erdreich um sie herum frei und sah da einen Wurzelknollen. Diesen sehen und darauf einschlagen war eins. Nun verhielt es sich aber so, dass die kleine Hacke dieser grossen Aufgabe nicht gewachsen war. Ein Hieb, der eigentlich einem Wurzelstrang galt, verkeilte sich derart unglücklich im Erdreich, dass der Untergrund die Hacke nicht mehr herzugeben drohte. Mit aller Gewalt suchte ich meine Waffe zu lösen, riss an ihr, stemmte mich gegen ihr Schicksal auf. Allein es war mir nicht vergolten das Ende dieser Hacke abzuwenden. Vielmehr verbog sie sich unter meinem Versuch mich gegen das Schicksal zu stemmen und war fürderhin nicht mehr zu gebrauchen. So lehrte mich das Leben, das es nicht schicklich ist, sich gegen das Schicksal aufzulehnen. Und ebenso, dachte ich, sollten es auch den Brombären ergehen, deren Schicksal durch meine Hand besiegelt werden sollte.

Da mir nunmehr nur meine Schere als Gehilfe in diesem Kampf gegen eine Übermacht an Masse und Material, einen Hort der Hinterhältigkeit und der Pein, geblieben ist, sah ich keine andere Wahl als mich auf meinen Verstand zu verlassen. So begann ich die Brombären in ihrem täglichen Tun zu beobachten um etwaige Schwachstellen zu finden oder mir durch die Kenntnis ihrer Lebensgewohnheiten einen Vorteil zu verschaffen. Meine frühere Annahme eines hohen Organisierungsgrades erwies sich als richtig. Die Brombären unterhalten ein weitschweifiges und feingliedriges Netz das alle Zentren und selbst die fernsten Aussenposten miteinander verbindet. Heimtückischerweise erstreckt sich dieses Netz nicht nur über die Oberfläche. Nein, unter der üppigen Präsenz an der Oberfläche versteckt sich ein unterirdisches Netz unvorstellbaren Ausmasses. Wer hätte gedacht, dass es sich bei den Brombären um eine Untergrundorganisation handelt! Da war also besondere Vorsicht geboten, wird doch täglich vor solchen Organisationen gewarnt. (Aber zum Busch kommen wir später, jetzt sind die Brombären dran.) Dass es sich eindeutig um eine Untergrundorganisation handeln musste, konnte ich auch daran leicht erkennen, dass ihre Kommandostruktur sehr schwierig zu erkennen war. Die einzelnen Zellen waren dergestalt miteinander verbunden, dass sich nicht feststellen liess, wo ihr Zentrum, ihr Herz lag. So konnte ich dieses also nicht angreifen. Dezentrale Organisation, ein strategischer Kunstgriff den ich natürlich sofort enttarnte. Ebenso fiel mir auf, das sich ein Dornententakel selten auf eine Versorgungsbasis allein verliess, sondern meist mit beiden Enden im Untergrund verwurzelt war. Allmählich konnte ich ihre internen Strukturen, soweit sie sich meinen Augen darboten, entschlüsseln und auch ein Zentrum ihrer Aktivitäten ausmachen. Es war dies der Komposthaufen, dessen Ressourcendepot sich die Brombären erschliessen, vielmehr rauben, wollten. Es ging also um Ressourcen, und ich warf mir vor, nicht früher darauf gekommen zu sein. Denn hier musste auch der Schlüssel zur Lösung des Problems liegen, in den Ressourcen.

Nachdem also der Feind solcherart beobachtet und ausspioniert war, musste nur noch die Tat folgen. So begann ich also die Versorgungslinien des Feindes zu kappen und ihren Nachschub systematisch zu unterbinden. Bei den Vorposten war dies ein leichtes Unterfangen. Einmal von ihren Genossen abgeschnitten, was dank meiner Gartenschere sehr handlich und in Windeseile vor sich ging, ergaben sich die Brombären und liessen sich widerstandslos bei den Wurzeln packen. All das Gezücht, das ich auf diese Weise besiegen konnte, warf ich in hohem Bogen auf den Kompost. So widerfuhr den Brombären nur Gerechtigkeit. Denn das Ziel ihrer Begierde, der Kompost, wurde ihnen so zur ewigen Ruhestätte und dem Opfer zum Gedeih. Auch sollten sie den verblieben Brombären ein Zeichen sein, das der Widerstand zwecklos sei. Nach kurzer Zeit hatte sich ein solcher Haufen auf dem Kompost aufgetürmt, dass ich Sorge trug, der Kompost könnte sich übernehmen und sich den Magen verderben. Dies gedacht meldete sich auch meiner, keinesfalls übernommen. Deshalb war es mir unmöglich den Kampf fortzusetzen, sosehr mich auch meine Erfolge davon überzeugten, nicht nur auf dem richtigen Wege, sondern auch dem Ziel nahe zu sein.

Am folgenden Tage machte ich mich auf, den Brombären entgültig den Garaus zu machen. Da ihre Vorhut geschlagen und auf einem Haufen lag, zeigte sich mir der Hauptharst der Tentakel um so garstiger. Nicht Willens auch nur einen Fussbreit des Geländes freiwillig zu überlassen, harrten die Brombären meines Angriffes. Mit keinem Zeichen gaben sie Furcht oder auch nur Nervosität zu erkennen, in völliger Gelassenheit standen sie da, um später umso grimmiger zurückschlagen zu können. Da es mir das Klügste schien, die Brombären zuerst an ihren Flanken aufzumischen tat ich dem so. Mit erbittertem Widerstand erwiderten sie mein Eindringen. Manche Wunde schlugen sie mir, nicht sehr tief, doch sehr zahlreich, sodass ich sie nicht ignorieren konnte. Ich zog mich also von den Flanken zurück, nicht ohne ein grünes Schlachtfeld zu hinterlassen. Zerbrochen und entwurzelt lagen die gefallenen Brombären da, noch grün neben den der zum Vorschein gekommenen braunen Leichen der Kameraden die in früheren Kämpfen ihren Meister gefunden hatten. Verwesung würde nun auch ihr Los sein, ob auf dem Kompost oder dem Felde ihres letzten Kampfes.

Nun stand der vollständigen Befreiung des Gartens nichts mehr im Wege. Alleine es ward dunkel und der Schleier der Nacht fiel über den Garten. Doch am dritten Tag war das Werk getan: der Garten war befreit, wenn auch nicht befriedet, die Brombären geschlagen und nicht mehr zu sehen. Denn wenn auch die Knechtschaft der Brombären beendet schien, so war doch nicht sicher, was sie im Untergrund trieben und ob sie wohl nicht auf Rache sonnen für diese Niederlage die ihnen in diesem Garten beigebracht worden. Auch lauerten noch andere Feinde im Garten, solche, die sich unter der Schattenherrschaft der Brombären ausbreiteten, andere, die sich auf ganz andere Gefilde spezialisierten und sogar solche, die von aussen kamen, ihre Chance vor Augen und willig sie zu ergreifen. Denn wo grosser Ruhm, da ist leicht auch grosser Neid anzutreffen.“ Nach einer kurzen Pause fuhr sie fort: „Ein seltsam archaisch-technisches Hobby ist es, das diese alternden konservativen Männer in unserer Nachbarschaft betreiben. Sie treffen sich im Wald und haben alle ein metallenes Rohr bei sich, das innen hohl und hinten mit einem Mechanismus versehen ist. Doch damit noch nicht genug: sie stopfen tamponförmige Kapseln in das Rohr und bringen deren Inhalt zum explodieren. Dies ist mit einer unglaublichen Lärmentwicklung verbunden, die nicht nur allen Tieren des Waldes einen gehörigen Schrecken einjagt, sondern auch von den Schützen, so nennen sich diese alternden konservativen Männer, als unangenehm laut wahrgenommen wird. Deshalb tragen sie, ganz im Gegensatz zu den Tieren und den Menschen um sie herum Gehörschützer. Nach dem Knall jubeln sie manchmal, weit öfter aber zeigen sie sich enttäuscht. Wahrscheinlich hängt dies mit dem Geräusch des Knalls zusammen. Für einen Laien wie mich tönt jeder Knall wie der andere, für den Profi aber muss hier ein Unterschied zu hören sein, so dass ein schöner Knall den Schützen in Freude versetzt und das trotz Gehörschutz.

Weshalb aber treiben die Schützen ihr lärmiges Spiel? Was motiviert sie zu solch irrationalen Handlungen? Ich glaube der tiefere Grund dieses Tuns liegt in dem Drang nach Selbstvergewisserung des Menschen. Jeder Mensch möchte sich als ein auf dieser Welt Anwesender fühlen, durch Sprechen oder Handeln Zeichen seiner Anwesenheit schaffen. Allein diesen alternden konservativen Männern scheint dies nicht zu gelingen. Da sie nichts zu sagen haben, als das, was andere ihnen gesagt haben und von dem sie gehört haben, dass man es sagen dürfe, sind sie an und für sich nichtssagende Gestalten. Dieses Manko versuchen sie nun mittels eines Werkzeugs, das sie Gewehr nennen, zu kompensieren. Mit diesem Werkzeug gelingt es ihnen, von der Welt wahrgenommen zu werden, da der Lärm, den sie fabrizieren, kilometerweit zu hören ist. Oft sagt man darum, dass sich jemand mit Waffengewalt Gehör zu schaffen versucht hat. Die Gewehrler setzen sich damit ihrer eigenen Belanglosigkeit zur Wehr, nur mit dem Gewehr sind sie wer. Eine Randbemerkung zur Etymologie des Wortes Gewehr: die Wurzel des Wortes Gewehr ist eine Zusammensetzung von Ge-wer und bedeutet ein zum Wer-sein befähigendes Instrument. Durch die Steigerung der Intensität des Knalls wurde das Echo zu einer derart eindrücklichen Komponente des Ge-wers, das man ein h einfügte um dem aussrollenden Charakter des Echos Tribut zu zollen.

Teilweise werden die Schützen bei ihren Treffen im Wald von ihren Ehefrauen begleitet. Ob diese jeweils Freiwillig zugegen sind, konnte nicht zweifelsfrei festgestellt werden. Dafür spricht, dass die Frauen nicht angebunden sind, und sie nicht von ihren Männer wieder hinter den Herd gescheucht wurden, als sie hervorzukommen wagten. Zudem besteht immer die Möglichkeit eines Knallunfalles. Allerdings ist mir nicht vorstellbar, was sonst noch ein Ansporn darstellen könnte, sich diesem Lärm auszusetzen. Es wäre aber auch möglich, dass die Männer ihre Frauen zwingen, dabei zu sein, wenn sie sich der Welt vermittels ihres Gewehrs offenbaren, damit ihre Ehefrauen an der religiösen Gemeinschaft die sich in der Selbstoffenbarung durch den Knall manifestiert, teilhaben können. Denn es lässt sich mit Sicherheit feststellen, dass dieses Erlebnis des Knalls für den Gewehrler ein zutiefst persönliches und religiöses ist. Darum auch die oft von der Umwelt als übertrieben empfundenen Reaktionen der Gewehrler, wenn es darum geht ihre Rechte einzuschränken.

Da es sich bei den Gewehrlern, oder Schützen, wie sie sich selber nennen, um eine Sekte handelt, wie ich glaube schlüssig bewiesen zu haben, ist es nicht statthaft, den Gebrauch des Gewehres einzuschränken oder gar zu verbieten, da dies einem Verbot von religiösen Praktiken gleich käme, was mit der Religionsfreiheit nicht zu vereinigen ist. Dies haben die USA, dieses besonders Religionen gegenüber so tolerante Land, als erste erkannt. Verstanden habe ich das wenigste davon, die Göttin muss wohl schon sehr alt sein. So alt, dass sie sich noch an die Zeiten über dem Meer erinnern kann. Aber das wusste ich ja bereits vorher. Heil Eris! Kallisti.

Verfasst von Vinc und abgelegt unter: LodlanD

30. April 2009

Es ist vorbei

Mi. 26.2.98 sE, Forschungsstation Erkleken Chemie im Grenzgebiet UNL/BFS/Stawa knapp 100 km auf UNL-Seite, Diktafon von Maius

Scheisse. Nun ist der Zehner gespielt. Wo bleibt die Piratenehre? Verdammt!

Die Schiessen tatsächlich die gesamte Station leck. Der Stromausfall hat ihnen nicht gereicht. Nein! Mehrere Treffer haben die Aussenhülle beschädigt. Der eine Sektor ist geflutet. Die Schotten dicht. Konnte es gerade noch in die zweite Hälfte schaffen. Aber Luc hat es erwischt. Und nun ist auch der Notstrom ausgefallen. Die Luft reicht kaum zum Atmen. Und die Idioten schiessen weiter. Was soll die Scheisse? Zieht mal für einen Moment die Schuhe aus. Wollt ihr uns wirklich alle verrecken lassen?

Noch ein Einschlag. Bereits höre ich Wasser eindringen. Ein Treffer noch  – und ich mach’ das Tintenfass für immer zu.

Verfasst von Kire und abgelegt unter: LodlanD

13. Februar 2009

Die Bomben platzen

Do. 20.02.98 – Mo. 24.02.98 sE, Lod, Tagebucheintrag von Maurice Gérard

Seit wir in Lod angelegt haben, überschlagen sich die Ereignisse, und wir sind mittendrin. Wenigstens habe ich heute ein bisschen Ruhe. Ismael hat Leroy zu dessen Wohnung begleitet, wo sie versuchen, das CityNet zu hacken, um so an Ratsunters Adresse zu gelangen. In der Zwischenzeit kann ich mich mit der Bootsreparatur befassen, endlich ohne die dämlichen, besserwisserischen Einwände von Leroy. So geht’s doch gleich viel besser. Die werden staunen, wenn sie zurückkommen!

Stunden später sind sie dann mit einer guten Nachricht zurück: Leroy konnte die Adresse von Holgen Ratsunter ausfindig machen: L5-34-S9-#53. Wir machen uns sofort auf den Weg dahin. Je näher wir kommen, desto mehr fällt uns die verstärkte Polizeipräsenz auf. Kurz darauf erfahren wir aus dem Lod Herold auch den Grund dafür: Eine Gruppe namens RESUS, die sich für Sprachbehinderte und Stumme einsetzt, hat eine Demonstration geplant. Das interessiert uns aber ziemlich wenig, und wir suchen weiter nach Ratsunters Wohnung, die wir kurz darauf auch finden. Wir observieren sie eine Zeit lang, doch es regt sich nichts. Dann klopft Ismael an der Nachbartüre und gibt sich als Geldeintreiber einer Inkasso-Firma aus. Der Nachbar weiss leider nicht viel über Ratsunter, ausser dass er keiner geregelten Arbeit nachgeht und deshalb auch nie zu einer festen Zeit zu Hause ist.  Wir warten noch ein bisschen ab und entscheiden uns dann einzubrechen. Leroy macht sich daran, das Schloss zu knacken. Es gelingt ihm auch, jedoch nicht so unauffällig wie gewünscht. Die Türe lässt sich nicht mehr schliessen, und unser Einbruch wird sich nicht verbergen lassen. Währenddem Leroy und Ismael ins Zimmer stürzen, beobachte ich die Situation von aussen. In der Wohnung befindet sich niemand, jedoch sticht sofort ein Bildschirm ins Auge. Mittels einer herumliegenden Kassette erscheint darauf eine Karte von Lod. 8 verschiedene Punkte sind darauf markiert. Die Videosequenzen lassen keinen Zweifel darüber offen, dass an diesen Punkten zeitgleiche Bombenanschläge stattfinden werden, und zwar um 21:45. Jetzt ist es bereits 21:30! Die angezeigten Orte befinden sich alle in L5-S15 auf verschiedenen Ebenen. Ein einziger davon bewegt sich, er befindet sich auf Ebene 51 und scheint in einem Verbindungsgang zu sein. Wir lassen alles stehen und liegen und rennen so schnell wir können zu diesem Ort. Wir postieren uns so an der T-Kreuzung zum Verbindungsgang, dass wir den bestmöglichen Überblick haben und halten Ausschau nach verdächtigen Personen. Plötzlich rennen die anderen beiden los. Dann entdecke ich ihn auch und stürme hinterher. Mit Schrecken sehe ich, wie die anderen vor mir einen Falschen niederringen, ich lasse mich jedoch nicht beirren und renne weiter. Im Vorbeirennen packe ich den Verdächtigen und reisse ihn zu Boden. Doch dann passiert es wieder: Weil ich den vermeintlichen Attentäter so schnell wie möglich unschädlich machen muss, verliere ich die Nerven. Bevor ich einen klaren Gedanken fassen kann, ist mein Dévoré Douleur 100 schon durchgezogen, und zwar durch die Kehle des Mannes. Merde! Aber darum müssen wir uns später kümmern, erst die Bombe entschärfen. Ich reisse ihm die Jacke auf und stelle mit Erleichterung fest, dass es eine baugleiche Bombe ist, wie jene, welche Jason auf sich getragen hatte. Schnipp und der Draht ist durch. Noch während mir eine Schweissperle die Stirn herunterrinnt, kracht es gewaltig: BUMM BUMM! Es wird dunkel und totenstill. Dann erste Schreie und ich bemerke, dass ich noch am Leben bin. Es waren “nur” die anderen Bomben in der Nähe, die explodiert sind.

Es herrscht das totale Chaos, Plünderungen und Panik… Wir verarzten den Attentäter notdürftig, damit wir noch etwas aus ihm herauskriegen. Doch erst müssen wir von hier verschwinden. Wir schleppen ihn mit durch die dunklen Gänge und Treppen, um einige Etagen höher zu kommen. Dort versuchen wir ihn auszufragen, doch er scheint unter Drogeneinfluss zu stehen. Wir entgiften ihn, aber leider weiss er nicht viel. Scheinbar wurde er von Ratsunter und einigen anderen unter Drogen gesetzt und zum Attentat gezwungen. Immerhin finden wir eine Digitalkamera bei ihm, und darauf kann er uns sogar Ratsunter zeigen: Er ist ein kleiner, alt aussehender Mann mit struppigem, lichtem Haar, auf einem Foto bedeckt von einem arbiträisches Béret. Mais non, c’est pas vrais – un compatriote! Ratsunter wollte mit ein paar anderen zum Hafen, um von dort mit dem Boot zu verschwinden. Nachdem wir den Attentäter noch fotografiert und natürlich seine Kamera mitgenommen haben, lassen wir ihn vor einem Polizeiposten zurück und rennen Richtung Hafen. Doch welcher Hafen eigentlich?

Wir entscheiden uns für den nächstgelegenen in Sektor 6. Auf dem Weg dahin hören wir die News vom Anschlag: Es soll ein Dutzend Tote gegeben haben, darunter zwei Kinder. An den Docks herrscht ein geschäftiges Treiben, es gibt hier insgesamt 120 Andockstellen. Nach kurzer, erfolgloser Suche nach einem unter dem Namen Ratsunter registrierten Schiff im CityNet sehen wir uns beim Durchgang zu den Kontrollen um, wo alle Passagiere durch müssen. Als wir schon fast aufgegeben hätten, entdeckt Leroy ein grünes Beret in der Masse. Es ist tatsächlich Ratsunter, wir folgen ihm sofort. Er scheint allein zu sein. Als wir näher kommen, beschleunigt er seinen Gang, er scheint uns bemerkt zu haben. Wir beschleunigen auch, und er fängt an zu rennen. Es beginnt eine wilde Verfolgungsjagd. Aber diese unsägliche Masse von Menschen macht mir einfach zu schaffen. Kalter Schweiss rinnt über meine Stirn und prompt fall’ ich auf die Fresse. Ich raff’ mich wieder auf, renn’ weiter und dann scheppert’s richtig. Irgend so ein Idiot hat mir einen Imbissstand in den Weg gestellt, und ich knall voll hinein. Sandwiches fliegen durch die Luft. Dann will der Betreiber auch noch 1′000 Lex von mir. Ich drück’ ihm 500 in die Hand und mache mich aus dem Staub. Von den anderen ist natürlich keine Spur mehr zusehen.

Später erfahre ich, dass sie Ratsunter nach einem Spurt durch Sektor 3 schliesslich in Sektor 2 stellen konnten. Zuerst will er von nichts wissen, doch wir geben nicht nach und nach einer Weile beginnt er auszupacken: Die Bombenanschläge waren nur ein Ablenkungsmanöver. Die Zeit des Chaos haben sie genutzt, um die Schliessfachanlage eines stawischen Verbrechersyndikates zu plündern. Das Ziel war eine wertvolle Datenkassette, die sie auch gefunden haben. Sie müsse nur noch entschlüsselt werden. Dazu wollten sie eben nach Portafera aufbrechen, einer geheimen Schmuggelstadt der Piraten. Doch nun habe er die Abfahrt verpasst. Ratsunter schlägt uns einen Deal vor: Er habe heimlich eine Kopie der Kassette gemacht, die sich in seiner Wohnung in L5-72-S12 befinde. Sie sei mehrere Millionen wert, und er würde sie uns überlassen, wenn wir ihn laufen lassen. Klingt sehr nach Falle, ich trau dem Typen überhaupt nicht. Deshalb bestehe ich darauf, ihn und seine Tasche zu durchsuchen. Es kommt aber nichts Interessantes zum Vorschein.

Aus irgendeinem unerfindlichen Grund folgen wir ihm in die Falle. Es ist saumässig laut in Ebene 72, terrible! Wir halten vor einer Tür und öffnen sie. Voilà le piège: Von vorne und hinten stürmen mehrere Männer auf uns zu, und Ratsunter versucht sich aus dem Staub zu machen. Leroy stellt ihm nach, währenddem Ismael und ich erstmal mit den Angreifern beschäftigt sind. Dann wird es schwarz vor meinen Augen. Als ich wieder aufwache, brummt mir der Schädel und ich sehe einen der Banditen gerade noch hinter einer Ecke verschwinden. So gut es geht nehme ich die Verfolgung auf. Nach einigen Gängen erreiche ich Ismael und Leroy. Ratsunter und seine Leute konnten alle fliehen. Mit brummendem Schädel – vom Schlag und unserer eigenen Dummheit – folge ich den anderen zurück zur vermeintlichen Wohnung. Erstaunlicherweise finden wir dort tatsächlich eine Kassette. Auf dem Weg zurück zur Seashark machen wir halt bei einer Notfallstation, wo Ismael und ich uns verarzten. Nach einem kurzen Mahl fallen wir erschöpft auf unsere Pritschen.

Am nächsten Morgen bzw. Mittag versucht Leroy die Datenkassette zu entschlüsseln. Ich arbeite wieder am Bootm und Ismael geht nach Lod, wo er seine Sachen holt und sich unterwegs noch einen Lod Herald besorgt. Der Anschlag wird erwähnt, mehr aber auch nicht.

Zwei Tage später gelingt es Ismael – Leroy hat inzwischen aufgegeben – endlich die Kassette zu entschlüsseln. Es handelt sich um ein Tagebuch eines gewissen Fin Mensen, worin von einer geheimen Forschungsstation die Rede ist. Auch die Koordinaten befinden sich auf der Kassette, es ist ein Punkt an der Grenze von UNL/BFS.

Das Boot ist auch fertig repariert und bereit zum Ablegen. Vorher lassen wir uns aber nochmals nach Lod schippern. Währenddem Ismael mit Leroys Computer recherchiert, besuchen Leroy und ich die Spoha-Spiele. Ismael findet einige interessante Artikel zu Fin Mensen. Er war Vorstandsvorsitzender der Firma Erkleken Chemie, welche nach seinem Tod – ein mysteriöser Bootsunfall – von der Firma Vinterpharm aufgekauft wurde. Vinterpharm ist ein grosses Pharmazieunternehmen aus UNL, welches staatlich unterstützt wird und als sehr innovativ gilt. Vinterpharm ist der Konkurrent von TransChemie.

Zurück auf dem Boot starten wir unsere Reise zu den entschlüsselten Koordinaten. Etwa 5 Stunden vor dem Ziel schlägt auf einmal das Sonar aus. Es scheint ein 130 m langes und schlankes Boot zu sein. Was macht es bloss hier, so weit weg von der Handelsroute? Dann ertönt auch schon der Funkspruch: Es handelt sich um die SOS Volkshämnare – ein Militärschiff aus UNL – und sie weisen uns an, die Maschinen auszuschalten. Sie wollen an Bord kommen. Eilig verstecken wir die Kassette sowie den Laptop, schalten die Maschinen aus und warten auf das weitere Geschehen. Dann docken sie an der Seashark an…

Verfasst von Merkli und abgelegt unter: LodlanD

29. Januar 2009

Schlitzen, Flitzen, Hacken

Do. 20. – So. 23.02.98 Lod, Ismael Engels Log

Verdammt, wo hat denn der Käpt’n jetzt den Computer her? Hätte er auch früher sagen können. Gnädigerweise lässt er mich kurz ran. Nicht mal seine Steuerrechnung hat er geschützt, der Anfänger. Aber ein guter Lohn, muss ich sagen… Das sieht man auch an seiner Wohnung, die wir aufsuchen, um ungestört nach Ratsunter suchen zu können. Da er es selber versuchen will, mache ich mich in der Kochnische nützlich. Der Käpt’n findet tatsächlich eine Adresse von einem Holgen Ratsunter (L5-34-S9-#53). Und die vom BFS, dem Bund freier Säufer, Ebene 39, da muss ich mal hin.

Auf den Strassen patrouillieren auffällig viele Bullen. In der Zeitung steht etwas von einer Demo der Stummen. Sie haben Probleme mit der Stimmidentifikation. Das bringt mich auf eine Idee. Bei Gelegenheit Tonband kaufen.

Lod Herold: RESUS Protestdemonstration geplant

Aber zuerst Ratsunter besuchen. Wir beziehen Stellung in einer Kneipe um die Ecke und beobachten nacheinander den Gang. Ich lasse meine Sinne wandeln und sehe, dass bei Ratsunter niemand zu Hause ist. Auch der Nachbar weiss nichts genaues und will weiterschlafen. Einbruch, unelegant ausgeführt, nicht mein Werk. Der Käpt’n findet eine Kassette. Darauf ist zu sehen, wie acht Bomben explodieren. Eine davon bewegt sich. Und ein Timer, noch 15 Minuten. Beine in die Hand genommen und ab nach unten. Wir finden den Gang, aber wie sollen wir den Typen mit der Bombe finden? Wir beziehen Stellung an der T-Kreuzung. Und da nähert sich auch schon eine dubiose Person. Ich stürze mich auf sie und reisse sie zu Boden. Der Käpt’n hilft mir. Nur der Arbiträer sucht sich ein anderes Opfer, dem er die Kehle aufschlitzt. Er hat den Richtigen erwischt. Dieser blutet wie ein abgestochenes Schwein und steht unter Drogen. Nachdem die Bombe entschärft wurde, behandle ich ihn. Mehrere Explosionen erschüttern den Komplex, es wird dunkel. Panik, Geschrei, Plünderer, Verwundete und Tote.

Die wandelnde Bombe wird ansprechbar. Viel weiss er aber auch nicht, er ist ein Opfer wie schon Jason. Aber immerhin hat er eine Digicam dabei, die ihn mit Ratsunter zeigt. Und dieser sei auf der Flucht, weiss er. Wir lassen ihn vor einem Bullenposten liegen und suchen Ratsunter an den nächstgelegenen Docks. 12 Tote melden die Medien. Ratsunter lässt sich tatsächlich in der Menge ausmachen. Aber er schöpft verdacht und sucht das Weite. Wir helfen ihm dabei. Der Arbiträer findet nur einen Fischstand und knüpft freundschaftlichen Kontakt mit dessen Besitzer. Der Käpt’n und ich folgen dem Verbrecher. Mit seinen gummibeschichteten Socken hat Ratsunter klar einen Nachteil, zumindest stilistisch betrachtet. Wir stellen ihn und pressen ihn aus. Schnell merkt der Profi, dass er es mit Anfängern zu tun hat. Die Bomben seien nur Ablenkung gewesen, um Bankfächer eines Stawa-Verbrechersyndikats auszurauben. Sie hätten eine Datenkassette geklaut und treffen sich jetzt am Hafen. Die Beute soll auf einer Piratenstation, Portafera, abgeliefert werden. Er habe eine Kopie der Kassette in seiner Wohnung, Ebene 72. Das riecht schwer nach Falle, und ist es auch. Wir laufen blind hinein. Ich überprüfe nicht einmal den Raum, bevor Ratsunter ihn öffnet. Mehrere Männer stürzen sich auf uns. Holgen und seinen Schergen gelingt die Flucht. Überraschenderweise lässt sich eine Kassette finden.

Zurück auf dem Boot will der Käpt’n unbedingt die Kassette selber entschlüsseln. Dabei würde er besser etwas tun wovon er eine Ahnung hat und sein Boot reparieren. Die Zeit ist knapp, wer weiss wie lange die andern haben, um das Original zu entschlüsseln. Wenn er gedacht hat, ich helfe dem Arbiträer bei der Reparatur, hat er sich verschätzt. Am nächsten Tag gibt der Käpt’n auf. Endlich darf der Profi ran. Nach einigen Umwegen finde ich den richtigen Code und knacke das Teil. Es handelt sich um ein Tagebuch und um Koordinaten (Grenzgebiet UNL/BFS).

Tagebuch von Fin Mensen Tagebuch von Fin Mensen

Trotz der knappen Zeit brechen wir in die Stadt auf, um zu recherchieren. Also genauer: Ich recherchiere, die andern zwei ziehen sich die SPOHA-Liga rein.

Lod-Meeresspiegel 12. September 96 sE: Erkleken in der Krise Lod-Meeresspiegel 12. September 96 sE

Lod Herold 19. September 96 sE: Fin Mensen verunglückt Lod Herold 19. September 96 sE

Lod Herold 24. September 96 sE: Vinterpharm schluckt Erkleken Chemi Lod Herold 24. September 96 sE

Vinterpharm ist ein UNL-Unternehmen in der Pharmazie- und Kosmetikbranche. Zum Konzern gehören ebenfalls VPP-Vinter Psycho-Pharmaka und DykkePharm. Grosser Konkurrent ist das BFS-Unternehmen TransChemie. Alarmglocken läuten in meinem Hirn.

Zurück auf dem Boot setzt der Käpt’n die Koordinaten, und die Reise ins Ungewisse startet.

Verfasst von Vinc und abgelegt unter: LodlanD

25. Dezember 2008

Guter Ratsunter ist teuer

Mi. 19. – Do. 20.02.98 Lod, Ismael Engels Log

Fisch-Versuch: keine Überraschung, dass er gestorben ist. Besseres Objekt finden.

Wir treffen uns in der Tabar. Dort ist es mir zu gefährlich und überrede die anderen aufs Boot zu gehen. Dort erzähle ich meine News und Theorien. Aber die kennen ja beinahe nicht mal Hegemund Janus Benheim-Selsteiner. Und meinen “richtigen” Namen musste ich ihnen noch sagen, weil es sonst früher oder später Probleme mit den Behörden gegeben hätte. Nach stundenlangem Rätseln versuchen wir es mit einer Verzweiflungstat. Am nächsten Tag gebe ich mich als Jason aus und bitte Ratsunter um ein Treffen. “Überraschenderweise” stellt sich der Ort in der 79. Etage (S10-#676) als Falle heraus. Hellbraune-Overalls-Eggheads-Gang. Mit einem gezielten und durchaus spektakulären Flaschenwurf schalte ich gleich zu Beginn einen der vier Gegner aus. Heil Eris. Schliesslich liegen drei tote Mutanten am Boden, das wenige was sie haben verkaufe ich unterwegs zu einem lausigen Preis.

Harker ist nicht mehr im Spital und der Käpt’n will uns dazu verdonnern, sein Boot zu reparieren. Die anderen beiden stellen sich wie Anfänger an, dabei bin ich doch der Neuling im Boote reparieren. Vielleicht zu viel Algenbier?

Verfasst von Vinc und abgelegt unter: LodlanD
Nächste Seite »
zurück
Copyright © 1997, 2010 some rights reserved - abgesehen von den Bildern - letztmals geändert am 25. Mai 2008 von Kire.