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Fast fünf Jahre lang hat mir mein PC-Tower Marke Eigenbau gute Dienste geleistet. Vielleicht mal abgesehen davon, dass es im Sommer wegen Überhitzungs-Gefahr der CPU nicht möglich war, mit geschlossenem Gehäuse Programme zu kompilieren... Auf jeden Fall hat er sich den Ruhestand wohl verdient. Lange war ich hin- und her gerissen, ob das neue Gerät ein Notebook, wieder ein Tower oder gar auf Basis eines Barebones sein soll. Die Linux-Unterstützung für Notebooks ist ja so eine Sache. HP hat nun (im Sommer 2005) begonnen, seine Notebook-Reihe mit speziellem Ubuntu-Linux auszustatten (ab Breezy ist die Unterstützung fix drin). Auch wenn ich z. Z. nicht auf Ubuntu umstellen möchte¹, so dürfte doch mindestens gewährleistet sein, dass das BIOS für ACPI vernünftig programmiert ist und Treiber vorhanden sind. Leider ist es in der Schweiz nicht ganz so einfach, an HP Notebooks ohne Windows heranzukommen. Nachdem das gewünschte Gerät per Topconfig zusammengestellt war, stand plötzlich keines mehr mit 1400er-Bildschirmauflösung zur Verfügung. Schlussendlich viel die Wahl dann doch auf ein identisches Notebook, aber mit Windows-Lizenz, das erst noch günstiger war. Naja, wenn HP weniger verdienen und erst noch Gebühren an Microsoft abgeben will... Um dieses Gerät handelt es sich:
HP Compaq nc6120 (PY509ET) Da ich eine bestehende Installation auf das Notebook kopiert habe, kann ich nichts zu einer Neu-Installation sagen. Scheinbar sollte aber APM und ACPI für die Installation ausgeschaltet werden, also booten mit: apm=off acpi=off Hier nun also die gemachten Erfahrungen. Die Zusammenstellung wurde sorgfältig verfasst; dennoch kann natürlich keine Garantie für die Aussagen und Skripts übernommen werden. Anmerkungen werden gerne entgegengenommen. ¹ Mittlerweile hab ich's doch getan: Ergänzende Erfahrungen mit Ubuntu 6.06 Dapper Drake auf einem HP Compaq nc6120 Quick Summary Obwohl bei manchen Dingen etwas Handarbeit gefragt ist, überzeugt mich das Notebook - auch unter Fedora Core 4! Bildschirm und Tastatur sind nicht ganz so brilliant (Blickwinkelabhängigkeit, Tippverhalten), wie bei anderen Geräten - reichen aber definitiv aus. Alles in allem bin ich mit dem Gerä sehr zu frieden.
Bildschirm intern ok 915resolution Bildschirm extern ok Xinerama S-Video-Ausgang ok Fn-f4 während Boot Netzwerk ok USB ok Firewire ok Soundcard ok PCM Lautsprecher ok Mikrofon ? PC-Card ok ACPI ok kein APM Suspend-to-RAM ok eigene Skripts Modem ok slmodem-alsa, Service WLAN ok ipw2200-firmware von livna Bluetooth ok Service DVD ok Parallel ok Seriell ok Fast-Infrared ok Tastatur/Touchpad ok Mittelklick Docking ok DVI DigitalMediaSlot ? Bildchirm Damit der Intel 915GM Grafik Chipsatz die Auflösung von 1400 x 1050 darstellen kann, muss das Video-BIOS zuerst (und bei jedem Starten des Rechners) modifiziert werden. Dies geschieht mit dem 915Resolution Tool. Ich habe das Programm 915Resolution nach /usr/local/sbin kopiert und den Aufruf in ein Startskript gepackt. Dieses kann nach /etc/init.d verschoben und als root mit chkconfig --add startscript in die Services aufgenommen werden. Zusätzlich muss /etc/X11/xorg.conf die "Device" Section um die Option "ForceBIOS" "1920x1440=1400x1050" erweitert werden. 1920x1400 darum, weil mit dem Befehl 915Resolution 5c eine 1920er-Auflösung überschrieben wird. Damit zusätzlich ein externen Monitor als erweiterter Desktop angesprochen werden kann, muss xorg.conf um die Bildschirm-Definition und die Xinerama-Funktion ergänzt werden. Achtung: Beide Beispiel-Dateien beinhalten die Option "MaxTapTime" "0" (siehe unter: Tastatur/Touchpad). Damit einfach zwischen den beiden Konfigurationen umgeschalten werden kann, habe ich mir ein kleines Skript geschrieben, das eigentlich nicht weiteres macht, als die gewünschte Konfiguration hin kopieren und dann gdm-stop aufrufen. Wer Interesse hat, kann es gerne per E-Mail kriegen.
S-Video-Ausgang Muss während dem Booten mit der Funktionstate Fn-f4 aktiviert werden.
Netzwerk, USB & Firewire Funktionieren anstandslos und "out of the box".
Soundcard, Lautsprecher & Mikrofon Damit die eingebauten Lautsprecher funktionieren, müssen sie allenfalls im alsamixer eingschaltet werden: Ganz rechts "External" mit der Taste "m" (mute). Anfänglich war es mit dem Master-Schalter nur möglich, die Lautstärke der eingebauten Lautsprecher zu regulieren. Line Out musste über "PCM" angepasst werden. Dieses Verhalten war etwas ärgerlich. Mittlerweile (nach einem yum update) funktioniert aber alles wie gewünscht. Die Lautstärke kann nun selbst mit den Sondertasten (inkl. Bildschirmanimation) reguliert werden. Der Mikrofon-Eingang habe ich bis jetzt nicht ausprobiert.
PCMCIA / PC-Card / Cardbus Funktionieren anstandslos und "out of the box".
ACPI Das Notebook unterstützt den älteren APM-Standard nicht - dafür aber ACPI umso besser. In /boot/grub/grub.conf habe ich bei mir die Kernel Boot-Parameter apm=... und acpi=... entfernt. Damit ein Restart funktioniert, aber reboot=b hinzugefügt. Die Lüfter gehen je nach Last an und aus. Meistens sind sie angenehm ruhig. Auch der CPU-Takt geht je nach Anforderung hoch und runter.
Suspend-to-RAM Anfänglich standen ganz einfache Skripts (Bildschirm sperren, Filesystem-Buffer schreiben, Rechner schlafen schicken) im Einsatz. Dabei sind aber immer wieder verschiedene Probleme (Kernel Error, Lüfter, irda-Service etc.) aufgetreten. Ich habe die Programme dann nach Ubuntu-Vorbild erweitert, den neuesten Kernel (2.6.14-1.1637_FC4) installiert, und seither verrichten sie klaglos ihren Dienst. Der Funktions-Taste Fn-f3 (Sleep) konnte ich bis jetzt noch keinen Event entlocken. Da aber der Bildschirm nach dem Aufwachen gesperrt sein sollte, und xscreensaver-command -lock nur im angemeldeten User-Kontext klappt, würde das auch nicht viel bringen. Besser scheint mir, dem Battery Charge Monitor (Gnome Panel Applet) unter Suspend command ein kleines Skript mitzugeben, das den Rechner per Doppelklick in den Ruhezustand schaltet: gnome-terminal -x /opt/suspend/sleep.sh Darin wird das Root-Passwort abgefragt und sleep-root.sh gestartet. Beide Programme können in /opt/suspend gespeichert werden. Sie sollten Root gehören und nicht geändert aber ausgeführt werden dürfen: chown -R root:root /opt/suspend chmod -R 755 /opt/suspendDamit der Rechner nach dem Aufwachen per Power-Button nicht gleich runter fährt, gilt es zuerst noch /etc/acpi/events/sample.conf anzupassen: event=button/power.* #action=/sbin/shutdown -h now action=/etc/acpi/actions/powerbtn.shAchtung: Eine allfällige Sicherungs-Datei sample.conf~ muss gelöscht und als root service acpid restart ausgeführt werden. Schlussendlich ist noch /etc/acpi/actions/powerbtn.sh nötig. Auch hier gilt: chown root:root /etc/acpi/actions/powerbtn.sh chmod 755 /etc/acpi/actions/powerbtn.shAchtung: Das Programm beinhalten den Aufruf des 915Resolution-Tools (siehe unter: Bildschirm). Es werden nur das Loopback-Device und die Netzwerkschnittstelle eth0 gestartet.
Modem Das Modem funktioniert nach der Installation der slmodem-alsa Treiber einwandfrei:
yum install slmodem-alsa Dann kann es in der Network Configuration unter Hardware über /dev/ttySL0 angesprochen werden.
WLAN Das WLAN-Modul benötigt die ipw2200-Firmware von rpm.livna.org: yum install ipw2200-firmware Und kann dann ebenfalls in der Network Configuration problemlos eingerichtet werden.
Bluetooth Ich habe bei mir die Gnome-Bluetooth-Unterstützung installiert:
yum install gnome-bluetooth Dann ist es möglich, mit "Bluetooth Filesharing" Dateien zu empfangen und mit gnome-obex-send [Datei] zu versenden. Bluetooth und die Infrarot-Schnittstelle kann/muss mit der Sondertaste ein- und ausgeschaltet werden.
DVD Funktioniert anstandslos und "out of the box":
CD (auch selbst gebrannte) lesen
Parallel und Seriell Funktionieren anstandslos und "out of the box". War ja auch nicht wirklich anders zu erwarten...
Fast Infrared Scheint zu funktionieren: Geräte werden erkannt. Allerdings habe ich noch nichts vernünftiges damit anzustellen versucht.
Tastatur/Touchpad Standardmässig wird beim Tippen auf das Touchpad ein Mittelklick ausgelöst. Wenn es stört, kann es einfach in der Datei /etc/X11/xorg.conf ausgeschaltet werden. Dazu muss unter dem InputDevice "Synaptics Touchpad" die Option "MaxTapTime" "0" eingefügt werden (siehe auch unter: Bildschirm).
Docking Die Basic Docking Station verrichtet anstandslos ihren Dienst - einmal abgesehen vom DVI-Anschluss. Dieser scheint mit einem nc6120 nicht zusammen zu arbeiten. Ein An- und Abdocken im laufenden Betrieb stört hingegen nicht.
DigitalMediaSlot Passende Medien liegen bei mir keine rum. Der Slot soll aber - auch unter Ubunutu - als einziges nicht unterstützt sein.
Die Skripts und Konfigurationsdateien unterstehen der CC-GNU GPL. |
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