Vom 13. bis 16. August hat im holländischen Vierhouten die alle vier Jahre stattfindende Technologie- & Security-Konferenz unter dem Namen Hacking at Random (HAR2009) stattgefunden. Neben weit über hundert Vorträgen und Workshops standen auch der soziale Austausch und das gemütliche Beisammensein auf dem riesigen und gemütlichen (Camping-) Areal im Zentrum.

Speziell sind sicherlich die drei Veranstaltungen zum GSM-Netz und das auf dem Gelände installierte und auf freier Software basierende Handy-Netz zu erwähnen: Im ersten Vortrag ging es um OpenBSC, welches die grundlegenden Funktionen für ein funktionierendes Handy-Netz bereitstellt. Gleich anschliessend um Airprobe, einem Netzwerk-Sniffer für GSM-Netze. Und schliesslich noch um die A5-GSM-Verschlüsselung, welche durch die (Neu-)berechnung von Rainbowtables demnächst gefallen sein dürfte.
Dann standen auch wiederum DNS und PKI im Fokus. Hier lässt sich festhalten, dass alles, was auf DNS – und nicht DNSSEC basiert -, als potenziell unsicher gelten muss. Dies umso mehr, wenn aktuelle Webbrowser MD2-basierten Root-Zertifikaten trauen – was sie leider tun…
Über das Small Sister Project habe ich bereits gestern einen kurzen Artikel geschrieben. Der Workshop hat in kleinem Rahmen, aber mit den Entwicklern, auch von Tor (inkl. Roger Dingledine), stattgefunden. Dementsprechend interessant und aufschlussreich war er auch. Roger hat dann auch noch selber einen gewohnt spannenden Vortrag zu Why Tor is slow gehalten.
Ein weiteres Hauptthema war Zensur, das u. a. aus dem Blickwinkel von Wikileaks, Suchmaschinen und sozialen Netzen beleuchtet wurde. Auch die mittlerweile europaweit agierende Bürger-Netz-Bewegung La Quadrature du Net hat Möglichkeiten zu Hack the law vorgestellt.

Interessant war auch die Präsentation von DOCSIS und Packet-o-matic unter dem Titel Sniffing cable modems. Eine entsprechende Anfrage ist an Cablecom unterwegs…
Zusätzlich gab es zwei Veranstaltungen zu IPv6, dem nun endlich, endlich, endlich der Durchbruch gelingen soll und muss: Einerseits aus der Sicht des Providers XS4ALL und andererseits als glühendes Plädoyer einer Mitarbeiterin der RIPE.
Und der Nostalgiker in mir kam beim Vortrag über das IBM AS/400 voll auf seine Kosten…
Alles in allem lässt sich festhalten, dass der Event top organisiert und die Vorträge meist von höchster Qualität waren. Ganz stromlos ging es dabei allerdings nicht zu und her…

Btw. die Vorträge stehen bereits als Videos zum Download bereit.





